Diäten und Leistungssport - Ist das sinnvoll? Ein Fallbeispiel.

Diäten und Leistungssport – Ein Fallbeispiel

Ein Beitrag über Diäten und Leistungssport

Vor einiger Zeit berichtete mir eine Bekannte / Kundin voller Stolz, dass sie nach langer Suche nun eine ganz tolle Diät gefunden habe. Diese beinhaltete den fast vollständigen Verzicht von Kohlenhydraten in der Ernährung.

Ein wenig verwundert verfolgte ich ihre Ausführungen. Man sollte wissen, sie trainiert regelmäßig ihre Ausdauer (3 x 10 km Laufen) und besucht zusätzlich ein Fitnessstudio. Außerdem ist sie alles andere als dick und hat eine Diät nun wirklich nicht nötig!

Auf meine Frage, warum sie das mache, antwortete sie, dass sie total unzufrieden sei und ihren Fettanteil  einfach nicht mehr reduzieren könne. Hmm…. ok…..

Ich bohrte weiter und erfuhr, dass sie zusätzlich zu den 3 x 10 km Laufeinheiten zusätzlich noch weitere Cardioeinheiten einbaue. Sie habe aber mittlerweile das Gefühl, dass sie Muskelmasse verliere. Ob ich nicht einen Tipp für sie hätte, so als Fitnesstrainer…

Ja….fangen wir mal an…. 🙂

Ich erklärte ihr, dass der Körper Kohlenhydrate braucht. Der Organismus bezieht seine Energie aus Kohlenhydraten und Fetten. Jede Muskelarbeit und auch die Arbeit des Organismus (Zellstoffwechsel, Herz-Kreislauf-System) usw. benötigt Energie. Diese bekommt er zum einen aus den körpereigenen Phosphaten. Diese reichen aber nur für ganz kurze Belastungen, bis etwa 50 Sekunden. Danach benötigt er die Energie der Kohlenhydrate und Fette.

Gerade für intensive körperliche Leistungen, und dazu zählt definitiv das Laufen von 30 km in der Woche, benötigt der Körper eine Menge Energie.

Meine Trainingsempfehlung:

Zum Definieren ist Krafttraining erforderlich. Ich empfahl in ihrem Fall eine Mischung aus Kraftausdauer und Maximalkrafttraining. Diese beiden Arten haben kaum oder keine Hypertrophie-Wirkung (Muskelzuwachs).
Trainiert man im Kraftausdauerbereich, trainiert der Körper im sogenannten aeroben Bereich. Das bedeutet, dass auch Fette zur Energiegewinnung herangezogen werden. Werden diese abgebaut sinkt auch der Fettanteil im Körper.

Nach diesen Ausführungen bestätigte sie mir, dass sie tatsächlich beim Krafttraining “super schwach” geworden sei. Ihr Ziel sei aber beispielsweise ihre Beine besser zu definieren. Außerdem würden Bodybuilder doch auch auf Kohlenhydrate verzichten.

Ok…. da sie schon einen recht niedrigen Körperfettgehalt aufwies, erklärte ich ihr zunächst einmal den Sinn und Zweck von Körperfett. Der Körper braucht nämlich auch Fette in Form von Baufett. Das bedeutet, dass die Organe dort gehalten werden wo sie sind. Das ist lebensnotwendiges Fett.

Bei ihrem schon recht niedrigen Fettgehalt wandert sie auf einem schmalen Grad. Denn bevor der Körper das lebensnotwendige Fett abbaut, wird er Muskelmasse abbauen. Der Muskelabbau wiederum bewirkt, dass sie weiterhin Kraft verliert und dadurch auch immer mehr Probleme bekommt ihre 30 km zu laufen.

Auf ihren Einwand, dass die Bodybuilder doch auch auf Kohlenhydrate verzichten, gab ich zu bedenken, dass die Bodybuilder da kein Maßstab sein sollten. Die verzichten auch nur zu Wettkampfzeiten auf diese Sachen. Nur um noch definierter zur wirken. Aber in der übrigen Phase gehen die voll auf Masse… Also Kohlenhydrate ohne Ende… Sie haben halt ganz andere Ziele als ein Ausdauersportler.

Mal so nebenbei: In Bezug auf das Weglassen der Kohlenhydrate. Ich bin auch für eine Einschränkung. Gerade die leeren Kohlenhydrate aus Süssigkeiten sollte man weglassen.  Aber nicht generell… ich persönlich lasse die Kohlenhydrate abends weg. Da diese vom Körper nur langsam abgebaut werden und im Schlaf dann natürlich eher ansetzen. Aber tagsüber benötigt man sie!

Nun gut… zurück zu meiner Bekannten. Ich freute mich wirklich als sie mir mitteilte, dass ich sie überzeugt hätte und sie ab morgen wieder Kohlenhydrate essen würde. In der Folgezeit habe ich sie mit ein paar Trainingsplänen und Ernährungstipps unterstützt und sie hatte damit dann auch ihren persönlichen Erfolg. 🙂

Eines muss ich aber noch zum Abschluss sagen… man muss jeden Menschen individuell betrachten. Wie ich bereits in meinem Artikel Körperbautypen geschrieben habe, reagiert jeder Körper anderes auf die ihm zugeführten Nährstoffe. Das beschriebene Fallbeispiel traf also auf meine Bekannte zu. Es ist somit nicht als der “Königsweg” anzusehen.

Aus diesem Grund habe ich übrigens auch ganz bewusst die Daten zu ihrem Alter, Körpergröße und Körperfettanteil weggelassen. Auch den Namen der “tollen” Diät werde ich hier nicht verraten. 😉

Wenn ihr Fragen zum Thema Diäten und Leistungssport habt… einfach melden oder in den Kommentar schreiben. Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen.

 

Bis bald
Eurer Fitness-Coach


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