Die praktische Anwendbarkeit von Fitnesstraining im Kindes- und Jugendalter

Die praktische Anwendbarkeit von Fitnesstraining im Kindes- und Jugendalter | Teil 2

Hallo liebe Fitness-Freunde,

wie ich in meinem Beitrag Sport und Bewegung im Kindes- und Jugendalter bereits angekündigt habe, folgt hier nun der zweite Teil meiner Artikel-Reihe. Heute beschäftigen wir uns mit dem Fitnesstraining im Kindes- und Jugendalter.

Wie schon mehrfach erwähnt, ist Sport in jeder Lebensphase wichtig, um ein gesundes Leben zu führen. Gerade in den frühen Lebensjahren ist Sport und Bewegung wichtig. Es stellt quasi den Motor der Entwicklung dar und fördert Lebensfreude und Vitalität.
In diesem Alter übernehmen in der Regel Schulen, durch Sportunterricht, oder Sportvereine diese Aufgabe. Im Vordergrund steht die Entwicklung der motorischen Eigenschaften. Dazu zählen:

  1. Ausdauer
  2. Kraft
  3. Beweglichkeit
  4. Koordination
  5. Schnelligkeit
Ausdauertraining

Wir haben immer Angst um unsere Kinder. Man möchte Ihnen nicht zu viel zumuten. Wenn wir allerdings so denken, führt dies zu einer Unterbeanspruchung des Kindes und somit zu einem zunehmenden Bewegungsmangel.

MARTIN und andere (1999) entwickelten folgende Prinzipien für Kinder und Jugendliche im Bereich der Ausdauerleistung:

  1. Kindern und Jugendlichen muss grundsätzlich eine hohe Ausdauerleistungsfähigkeit zugeschrieben werden
  2. Die Trainierbarkeit der Ausdauer ist ohne Einschränkung gegeben.
  3. Einschränkungen sind bei der Kurzzeit- und Mittelzeitausdauer vorhanden.
  4. Kinder haben ein günstigeres Verhältnis von Körpergröße zu Körpermasse als Erwachsene und üben somit weniger Belastungen auf den Stütz- und Halteapparat aus.

Das bedeutet, dass bereits im Vorschulalter ein vielseitiges Ausdauertraining durchgeführt werden kann. Wichtig hierbei ist allerdings, dass es nur spielerisch und ohne Zwang erfolgt.
Im frühen und späten Schulkindalter kann bereits ein mittleres Ausdauertraining erfolgen. Die Laufleistungen erfahren hier eine erhebliche Verbesserung.

Krafttraining

Hier sollte man unbedingt im Hinterkopf behalten, dass der Bewegungs- und Halteapparat im Hinblick auf die Muskulatur noch nicht ausreichend ausgebildet ist. Daher sollte Krafttraining wohl dosiert sein. Um Fehlbelastungen der Wirbelsäule zu vermeiden, sollte unbedingt ein begleitetes Training durchgeführt werden. Um die Kraft zu steigern sollte man hier die Wiederholungszahl erhöhen, später dann die Gewichte.

In Bezug auf die Untergliederung kann folgendes festgehalten werden:

Im Vorschulalter ist Krafttraining nicht angebracht! Hier sollte die Ausbildung der koordinativen Fähigkeiten in Verbindung mit Kraftanforderungen im Vordergrund stehen. Empfehlenswert sind Aktivitäten wie Hangeln, Springen, Klettern usw.
Im frühen Schulkindalter sollte das Training, wie auch bei der Ausdauer, spielerisch erfolgen. Ab dem 10. Lebensjahr können geringe Zusatzbelastungen, wie zum Beispiel ein Medizinball, mit eingebracht werden.

Oft wurde ich schon gefragt, ob Jugendliche in der Pubertät ins Fitness-Studio gehen sollten. Nun, man sollte beachten, dass die Jugendlichen dort oft den „starken Mann“ markieren wollen und falsch, sowie mit zu hohen Gewicht trainieren. Auch hier empfiehlt es sich, ein angeleitetes Training durchzuführen. Der Fokus sollte auf die wirbelsäulenstabilisierende Muskulatur und nicht auf die sogenannten Disko-Muskeln gelegt werden. 🙂

Beweglichkeitstraining

Bewegungstraining ist einer der wichtigsten Bereiche. Denn gerade im Kindes- und Jugendalter ist die Beweglichkeit maximal vorhanden. Im weiteren Verlauf des Lebens nimmt sie stetig ab. Um diesen Prozess aber zu verlangsamen, sollte auch in frühen Jahren ein solches Training durchgeführt werden.

Im Vorschulalter dient das Training der Erhaltung der maximalen Beweglichkeit. Bereits im Alter von 8-9 Jahren schränkt sich schon die Spreizfähigkeit der Beine ein. Wahnsinn oder?

Gerade in der Pubertät kann es zu starken Bewegungseinschränkungen kommen. Verursacht wird dies durch die Wachstumsschübe. Daher sollte ein Beweglichkeitstraining ein ständiger Begleiter im Laufe des Lebens sein.

Koordinationstraining

Hier möchte ich direkt zu Beginn das Phasenmodell von MEINEL / SCHNABEL (1998) erwähnen. Es beschreibt folgende Stadien der Koordinationsschulung:

  1. Schaffung einer Bewegungsvorstellung durch theoretische und praktische Anleitungen (mentales Üben)
  2. Bildung eigener Bewegungserfahrungen
  3. Ausschaltung überflüssiger Mitbewegungen fremder Muskelgruppen
  4. Automatisierung und Stabilisierung der Bewegung

Im Vorschulalter sollte das Koordinationstraining variationsreich und mit hoher Übungshäufigkeit erfolgen. Dabei ist insbesondere auf die Ausführung der Bewegung zu achten. Die hier erlernte Koordination wird im frühen Schulkindalter verfestigt und vertieft.

Im späten Schulkindalter ist die Lernfähigkeit von neuen Bewegungen am schnellsten. Dies lässt in der Pubertät dann jedoch nach, da aufgrund der körperlichen Entwicklung die konditionellen Fähigkeiten steigen. Erst gegen Ende der Pubertät nimmt die Lernfähigkeit wieder zu, da die Bewegungsausführungen allgemein stabilisiert werden.

Schnelligkeitstraining

„Die Schnelligkeit ist der physische Leistungsfaktor, der mit zunehmendem Alter am frühesten und ausgeprägtesten eine Abnahme erfährt.“

Tja, das musste ich leider auch feststellen 😀 Bei den Bundesjugendspielen lieferte man noch Bestzeiten. Heutzutage erreicht man diese bei Weitem nicht mehr. 😉

Im Kindes- und Jugendalter kann man diese Eigenschaft maximieren. Daher sollte gerade im Vorschulalter ein vielseitiges Übungsangebot geschaffen werden. Im frühen Schulalter ist der größte Schub zu verzeichnen. Hier bieten sich kindgemäße Laufspiele an. Dabei kann die Schnelligkeit gut trainiert werden. Generell eigenen sich Spiele gut zum Trainieren der Schnelligkeit.

So, ich hoffe, dass ich euch mit diesem Beitrag einen guten Überblick über das Training im Kindes- und Jugendalter geben konnte. Solltet ihr Fragen haben, einfach einen Kommentar oder eine Email schreiben. Der Beitrag darf natürlich auch geliked und geteilt werden. Vielen Dank! 🙂

Im 3. Teil der Artikel-Reihe werde ich mich mit dem Erwachsenenalter und die praktische Anwendbarkeit von Fitnesstraining beschäftigen.

Bis bald
Gerry
Der Fitness-Coach


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