Titelthema Abnehmen mit Genuss

Focus-Artikel „Abnehmen mit Genuss“

Hallo liebe Leser,

in vielen Zeitschriften finden wir Artikel über das Abnehmen. Jeder behauptet von sich, die ultimative Lösung für das erfolgreiche Abnehmen gefunden zu haben.  In der FOCUS- Ausgabe Nr. 52/16 01/17 stieß das Titelthema „Abnehmen mit Genuss“ auf mein Interesse.

Focus Nr. 52/16

 

 

 

 

 

 

Der Titel trägt den Untertitel „So finden Sie Ihren Weg zum Wunschgewicht – ohne Jo-Jo-Effekt. In meinen Artikeln „Die Entstehung von Übergewicht“ und „Regeln für eine gesunde Ernährung“ habe ich mich bereits mit diesem Thema beschäftigt. Darin bin ich auch auf das Thema Jo-Jo-Effekt eingegangen.

Aktuell lese ich gerade das Buch „Mythos Diät“ von Tim Spector (Amazon-Link). Das Buch betrachtet das Thema Diät sehr kritisch und bietet, meiner Meinung nach, einen ganz neuen Blick auf das Thema. Zu dem Buch werde ich noch eine entsprechende Buchrezension veröffentlichen! 🙂

Worum geht es in dem Focus-Artikel?

Zunächst werden in dem Artikel vier Menschen (Michael Haslauer, Franziska Fuchs, Stephanie Bartsch und Uwe Puschner) vorstellt, die sich bereits an Diäten versucht haben und den sogenannten Jo-Jo-Effekt erlitten haben. Die Definition des Jo-Jo-Effekts lautet:

Als JoJoEffekt bezeichnet man eine unerwünschte und schnelle Gewichtszunahme nach einer Reduktionsdiät. Bei wiederholten Diäten kann sich das Körpergewicht wie ein JoJo auf und ab bewegen, wobei das neue Endgewicht oft höher ist als das Ausgangsgewicht.

Quelle: Wikipedia

Die vier vorgestellten Personen erzählen im Anschluss von ihren jeweiligen Erfahrungen; von ihren Diäten, den Kaloriensünden und Rückschlägen durch den Alltagsstress. Ich denke, dass wir das alle kennen. Egal ob sportlich aktiv oder ein Couch-Potato. Jeder hat ein Laster oder eine Zeit mit viel Stress. Und jeder kennt das Gefühl wenn man der Sünde nachgegeben hat und zum Beispiel das Stück Schokolade im Mund zerfließt. Es löst Glückshormone aus. Der Körper entspannt sich, der Stress fällt ab. 

Um die so zulegten Pfunde schnell wieder zu verlieren greifen wir zum Allheilmittel…. der Diät. Ein bekanntes Beispiel ist das Punktezählen von Weight-Watchers. Dieses Prinzip wurde von Michael Haslauer angewandt, auch mit Erfolg. Er verlor ganze 31 (!) Kilo. Nach Beendigung der Diät verfiel er aber, unter anderem durch Alltagsstress, wieder in alte Verhaltensmuster. Sein Fazit lautete: „Dranbleiben, auch bei Rückschlägen oder Stagnation“. Sein Erfolgsgeheimnis ist das Punktezählen. 

Das zeigt uns deutlich, dass wir Menschen, die dieses Prinzip verfolgen nicht verurteilen sollten. Jeder muss individuell für sich einen Weg finden, sein Wunschgewicht zu halten. Denn Selbstkontrolle führt zum Erfolg. Denn wie Matthias Tschöp, Stoffwechselforscher am Helmholtz Zentrum München, so schön sagt:

„Man kann den Kampf gegen das Übergewicht nur im Kopf gewinnen.“

Wir alle verspüren den Drang nach Kalorienbomben. Uns läuft das Wasser beim Anblick einer Torte oder einer Currywurst mit Pommes und Mayonnaise im Munde zusammen. Warum ist das so? Das Problem liegt in der Vergangenheit. In unseren Genen. Kalorienreiche Mahlzeiten sicherten uns das Überleben. Der Unterschied ist aber, dass die Ur-Menschen körperlich erheblich aktiver waren als wir. Heute überwiegen die Bürojobs, wir haben Autos, Fahrstühle, Rolltreppen. Die körperliche Bewegung wird auf ein Minimum reduziert. Wie ich dem Beitrag „Die Entstehung von Übergewicht“ schon schrieb: Die Gewichtszunahme und somit auch das Übergewicht sind die Folgen einer positiven Energiebilanz.

Wir müssen lernen, die Lebensmittel genauer zu betrachten und zu beurteilen. Wir müssen registrieren, dass in einer Vielzahl industriell gefertigter Lebensmittel große Mengen Zucker stecken. Dieser macht uns dick. Und wir müssen lernen, bewusster zu essen. 

Das das passiert jedem von uns. Wir essen aus Langeweile. Abends vor dem Fernsehen oder bei der Computerarbeit. Oftmals essen wir hier Schokolade, Chips und Co. Aus diesem Verhaltensmuster müssen wir ausbrechen. Macht euch Abends einen Teller mit Karotten, Gurken und Tomaten fertig und esst davon. Es macht genauso satt und ist dazu noch gesund.

Auch das Thema bewusster Essen ist nicht zu verachten. Durch den stressigen Alltag schlingen wir unsere Mahlzeiten regelrecht herunter. Es ist erwiesen, dass das Sättigungsgefühl erst nach einer gewissen Zeit einsetzt. Oftmals werden 20 Minuten genannt. Laut Volker Schusdziarra sind es sogar noch mehr. Er sagt: „Die maximale Sättigung setzt erst 30 bis 40 Minuten, manchmal auch erst 60 Minuten nach einer Mahlzeit ein.“  Das bedeutet, wir sollten langsam und mit Genuss essen lernen. 

Das alles sind Verhaltensmuster, die sich nicht einfach umstellen lassen. Es erfordert harte Arbeit und ständige Selbstkontrolle. Also, zählt ruhig Kalorien, nutzt Fitnesstracker oder was auch immer euch bei der Kontrolle hilft. 

In dem Focus-Artikel wird die Studie der Neurowissenschaftlerin Annette Horstmann vom Max-Planck-Institut in Leipzig vorstellt. Sie versucht die Reaktion von Übergewichtigen auf gesunde und ungesunde Lebensmittel am Computer zu trainieren. Den Personen werden zum Beispiel Fotos mit Sahnetorte gezeigt. Diese müssen sie per Joystick von sich weg drücken. Gesunde Lebensmittel sollen sie stattdessen zu sich hinziehen. Was vielleicht banal oder albern klingt, hat aber durchaus positive Effekte. Bei Alkoholsüchtigen hat dies bereits zum Erfolg geführt.

Diese Studie ist nur eine von mehreren unterschiedlichen Ansätzen, die bewusst das Verhalten und Erleben steuern bzw. neu programmieren sollen. Meiner Meinung nach ist dies durchaus der richtige Weg.

Ich möchte an dieser Stelle kurz ein selbst erlebtes Beispiel nennen. Ich habe vor ein paar Jahren entschlossen abzunehmen. Ich schaffe es innerhalb von 1 Jahr insgesamt 15 Kilo abzunehmen und dieses Gewicht dann auch zu halten. Den Erfolg hatte ich durch eine Ernährungsumstellung in Verbindung mit Sport. Die Ernährungsumstellung beinhaltete den fast kompletten Verzicht auf Süßigkeit und Softdrinks. Glaubt mir, ich habe gelitten. Der Hunger und Durst auf diese ungesunden Kalorienbomben war groß. Aber ich habe ihn überwunden. Es ist vergleichbar mit einer Sucht….

Die hinter uns liegende Weihnachtszeit hat mich, auch aufgrund von Stress, wieder öfter zu den begehrten Leckereien greifen lassen. Sie liegen ja auch überall herum und man wird geradezu davon verführt. Nach Weihnachten wollte ich dann wieder aufhören…. tja…. verdammt schwer. Es ist wie ein Rückfall. Ich muss mich, auch noch aktuell, wieder mit aller Macht entwöhnen. Dazu gehört, dass ich Süßigkeiten aus meinem Haushalt verbanne und auch einen großen Bogen darum mache. Aber ich weiß, dass ich es wieder schaffen werde. 🙂

Im Angang des Titelthema-Berichts im Focus befinden sich noch 10 Regeln, wie man sich optimal und genussvoll ernährt.

  1. Nehmen Sie langsam ab
  2. Bewegung ist gut, Sport ist besser
  3. Gesunder Essensrythmus ohne Snacks
  4. Flüssigkalorien meiden (z.B. Softdrinks)
  5. Klug kombinieren (richtige Mischung aus Eiweißen, Fetten und Kohlenhyraten)
  6. Schlechte Kohlenhydrate reduzieren (z.B. Zucker, Weißmehlprodukte)
  7. Heißhunger austricksen (Anstatt Schokolade, Gemüse)
  8. Essen zelebrieren
  9. Selbst kochen
  10. Achtsam genießen

Das Thema Regeln habe ich schon in dem Artikel „Regeln für eine gesunde Ernährung“ behandelt und ganz gerne nachgelesen werden. 🙂

Der Focus-Artikel ist meiner Meinung nach sehr gelungen und unterscheidet sich von den üblichen Berichterstattungen. Vor allem erkennt die Wissenschaft nun, dass das Essverhalten im Kopf gesteuert wird und auch hier beeinflusst werden muss. Es keimt die Hoffnung, dass wir das gesellschaftliche Problem „Übergewicht“ in Zukunft meistern, zumindest aber reduzieren können. 

Was haltet ihr von den Studien? Teilt ihr meinen Optimismus oder denkt ihr anders darüber. Eure Meinung würde mich interessieren. 🙂

Bis bald

Gerry
Der Fitness-Coach

5 Kommentare

  1. Moin Gerry
    Habe meinem Inneren Schweinehund den Bericht vorgelesen.
    Der kringelt sich hier immer noch vor Lachen auf dem Boden 😀
    Aber im Moment kriegt er des Öfteren mal eine Breitseite von mir.
    Aber es stimmt. Es ist zum größten Teil eine Kopfsache.

  2. Hallo Gerry, das sind ja wirklich alte Hüte und schon seit Jahrzehnten gültig, aber nix ist ja so begehrt wie Studien zum Abnehmen nach den Feiertagen 😀 Trotzdem werden immer wieder dieselben Fehler weiter gereicht. Weißmehl ist kaum schlechter als Vollkornmehl, allerdings gilt das nur für Selbstgebackenes und nicht Industrieprodukte, die dem Körper durch die vielen Zusatzstoffe schaden. Ebenso Gemüse statt Schokolade. Gemüse am Abend ist zu vermeiden, da der Körper schwer mit Rohkost zurecht kommt. Lieber einen Riegel Schoki von guter Qualität mit hohem Kakaoanteil und erst danach etwa 60 Minuten später Zähne putzen. Softdrinks wie Cola & Co. sind ebenfalls einMythos. Die sind zwar tierisch ungesund, aber ein Glas Orangensaft hat mehr Kalorien, trotz der Vitamine. Dies gilt ebenso für die angepriesenen Supermarkt-Smoothies die echte Zuckerbomben sind. Ein häufiger Fehler ist zu warten bis man echten Hunger hat und seinem Körper damit signalisiert vorsichtshalber gleich Vorräte für kommende schlechte Zeiten zu bunkern und dann reinhaut als ob es kein Morgen gibt 😉 Also lieber mal eine Banane zwischendurch als warten bis der Zucker bis unter die eigene Grasnarbe sinkt 🙂

    1. Hi Arno,
      ja, da gebe ich dir recht. Viele Sachen sind schon seit Urzeiten bekannt und werden immer mal wieder neu ausgegraben. Ich gebe dir recht, dass nicht alle Weißmehlprodukte ungesund sind. Es geht hier auch mehr um die Sättigungswirkung. Vollkornprodukte machen schneller und nachhaltiger satt. Aber jeder Mensch reagiert auch anders auf die Produkte. Einige verbrennen so gut, dass ihnen selbst drei Tafeln Schokolade nichts ausmachen. Ich denke, dass jeder seinen Weg für sich selbst finden muss. Ausprobieren was man verträgt und was nicht. Es gibt keinen Königsweg. Fakt ist aber, dass vieles Kopfsache ist und man sein Essverhalten umerziehen muss. Das ist in den letzten Jahren, meiner Meinung nach, zu selten im Fokus der Ernährungs-Päpste gewesen. Da geht’s ja leider oftmals auch nur um das liebe Geld und die Vermarkung der jeweiligen Produkte.:)

      1. Stimmt alles Gerri, deshalb sollte man sich selber sanft erziehen, denn nicht jeder hat deine eiserne Disziplin, aber drei Tafeln Schokolade sind schon tapfer, da tun mir schon beim Lesen die Zähne weh 🙂

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