Info: Fitness-Mythen

Hallo liebe Fitness-Freunde,

wir haben sie alle schon einmal gehört und sie halten sich oft hartnäckig. Die Fitnessmythen. Aber wir glauben dran. Und halten uns eisern daran fest.

Warum ist das so? Wir glauben immer gerne Sachen, die sich logisch nachvollziehen lassen. Gerade im Sportbereich klingen diese Dinge oft logisch und nachvollziehbar.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, einmal ein paar Mythen aufzuzählen und mit meinen Erfahrungen bzw. erlernten Wissen zu erklären.

1. Wer nach 18 Uhr noch etwas isst, nimmt zu!

Das kann man so pauschal nicht sagen. Es kommt immer auf deine gesetzten Ziele an. Willst du beispielsweise abnehmen, solltest du ab dem späten Nachmittag die Kohlenhydratzufuhr einschränken. Man sollte aber aber am späten Abend keine schwer verdaulichen Lebensmittel mehr zu sich nehmen. Dazu gehört zum Beispiel auch Salat. Das führt dazu, dass die Schlafqualität leidet.

2. Mit Krafttraining bekommen Frauen Muskelberge wie Männer!

Das ist definitiv falsch. Frauen haben gar nicht die genetischen Voraussetzungen dafür. Außerdem benötigt man einen sehr hohen Testosteronwert. Diesen haben Frauen in der Regel nicht. Krafttraining ist für Frauen aber sehr wichtig, da dies in Verbindung mit Ausdauertraining einen straffenden Effekt hat.

3. Jeden Tag Crunshes für den Waschbrettbauch!

Zunächst möchte ich sagen, dass auch die Bauchmuskeln Muskeln sind und eine Erholungsphase brauchen. Sie wächsen in der Ruhephase. Somit ist tägliches Bauchtraining völlig fehl am Platz. Um einen Waschbrettbauch zu bekommen, benötigt man aber noch etwas mehr als nur Crunshes. Das fängt bei der Ernährung an. Diese sollte kalorienreduziert sein um seinen Fettanteil zu senken. Dazu kommt dann Kraft- und Ausdauertraining. Und zwar nicht nur separiert die Bauchmuskeln, sondern auch den gesamten Oberkörper und (ganz wichtig!) auch die Beinmuskulatur. Eine Vielzahl an Muskeln haben ihren Ursprung am Darmbein und Becken. Werden sie trainiert führen sie in diesen Bereichen zu einer vermehrten Fettverbrennung und somit auch zum Sichtbarwerden der Bauchmuskeln.

4. Ausdauertraining bis zum Erbrechen für Fettabbau!

Das stimmt so ganz und gar nicht. Wie oft sehe ich Leute im Fitness-Studio. Sie stehen stundenlang auf dem Stepper oder Crosstrainer. Zunächst noch sichtbare Erfolge, lassen diese irgendwann nach und stagnieren. Woran liegt das? Nun, zunächst gewöhnt sich der Körper schnell an eine Belastungsform. Um weitere Erfolge zu erzielen, muss das Training variiert werden. Man sollte also beispielsweise nach einer Trainingsphase von 4-6 Wochen vom Crosstrainer zum Rudergerät wechseln. Damit setzt man einen neuen Reiz. Ganz wichtig ist aber auch das kombinierte Krafttraining. Muskeln verbrennen Fett! Bauen wir als0 Muskeln auf und kombinieren dies mit dem Ausdauertraining schmelzen die Pfunde.

ABER: Auch das braucht Zeit!! Ich selbst habe damals von 90 kg auf 80 kg mit Sport und Ernährungsumstellung abgenommen. Das dauerte ca. 1,5 Jahre um auch einen dauerhaft bleibenden Effekt zu erzielen und einen Jo-Jo-Effekt zu vermeiden.

5. Die Fettverbrennung beginnt erst nach 30 Minuten!

Bleiben wir noch etwas beim Ausdauertraining. Auch dieser Mythos hält sich hartnäckig. Aber auch das stimmt so nicht. Denn der Körper verbrennt direkt von Beginn an. Hier muss man aber beachten, dass zunächst Kohlenhydrate und dann erst Fett verbrannt werden. Also sollte man vor dem Training nicht unbedingt einen Schokoriegel essen. 🙂 Das bedingt nämlich auch, dass aufgrund des Zuckerschubs der Insulinspiegel in die Höhe schießt und anschließend stark absinkt, sodass es zu einem Energie- bzw. Leistungsabfall kommt.

Auch ist die Fettverbrennung zu Beginn des Trainings noch relativ gering, da auch der Körper noch nicht warm genug ist. Erst nach ca. 20 – 30 Minuten arbeitet er auf Hochtouren und kann somit effektiv Fett verbrennen.

6. Aufwärmen vor dem Training wird überbewertet!

Das stimmt ganz und gar nicht! Ich habe selbst diesen Denkfehler gemacht und wurde mit einer Schulterverletzung bestraft. Dazu berichtete ich bereits >> hier << ausführlich.

Das Aufwärmen vor dem Sport erhöht deine Körpertemperatur. Dies ist wichtig, da so auch Gelenke und Bänder vorbereitet werden und das Verletzungsriskio dadurch erheblich sinkt.

7. Training an Geräten ist sicherer als freies Training!

Zum Teil ist das richtig. Gerade für Anfänger ist ein Gerätetraining vorzuziehen. Denn die Muskeln, Sehnen und Bänder müssen sich erst an die Belastung gewöhnen. Und auch an die richtige Ausführung. Geräte helfen einem da natürlich die Bewegung sauber auszuführen.

Im weiteren Verlauf empfiehlt es sich aber, auch auf freies Training (also Hanteln oder mit Eigenkörpergewicht) zu trainieren. Dabei wird nämlich auch noch die Hilfs- und Stützmuskulatur trainiert. Diese wird bei den Geräten größtenteils vernachlässigt.

8. Koffeinhaltige Getränke sind die besten Getränke vor dem Training!

Das kommt auch immer auf die Ziele an. Koffein bringt den Kreislauf in Schwung. Beim Ausdauertraining macht dies eher nach dem Training Sinn, da durch das Koffein der Nachbrenneffekt verlängert wird. Beim Krafttraining bringt das Koffein dem Körper einen Schub, sodass sich dies positiv beim Training auswirken kann.

ABER: Man sollte dann während des Trainings ausreichend trinken. Denn Kaffee und Co. fördern die Harnproduktion. Dadurch kann der Körper schnell dehydrieren.

9. Training bis an die Schmerzgrenze ist am Erfolgreichsten!

Auf gar keinen Fall! Davon kann ich nur abraten. Schmerzen beim Training sind eher ein Zeichen dafür, dass ihr falsch trainiert. Wer mit Schmerzen trainiert kann seine Sehnen, Bänder und Gelenke auf Dauer schädigen! Also bitte nicht mit Schmerzen trainieren.

Anders ist dies nach Verletzungen. Dort raten einem die Physiotherapeuten oft, bis an die Schmerzgrenze zu trainieren. Aber natürlich mit der gebotenen Vorsicht, langsamen Ausführung und dem Nicht-Überschreiten der Schmerzgrenze!

10. Muskelkater ist ein gutes Zeichen!

Stimmt das so? Man sollte eines Bedenken: Muskelkater sind Mikrofaserrisse in den Muskeln. Also eine Verletzung des Muskels. Diese Verletzungen entstehen, wenn der Körper beim Training überfordert wurde.

Muskelkater ist normal, wenn man z.B. beim Training einen neuen Reiz setzt. Oder auch beim Muskelaufbautraining. Man sollte aber deshalb unbedingt die Erholungsphase beachten!

Das war jetzt nur ein kleiner Auszug aus einer Vielzahl von Fitness-Mythen. Auch wenn sie plausibel klingen, sollte man sich doch intensiver damit beschäftigen. Oft sieht man, dass sie komplett oder zumindest teilweise unwahr sind.

Dann wünsche ich euch viel Erfolg beim Training! 🙂

Hat euch der Beitrag gefallen? Über Kommentare würde ich mich sehr freuen.

Bis bald
Euer Fitness-Coach

12 Kommentare

  1. Danke – werde ich glaube ich jetzt bei der Fitness Studiosuche ausdrucken und dem jeweiligen Trainer in die Hand geben – leider sind nur 2. und 4. anscheinend entweder a) noch bei den Trainern in den Köpfen verankert oder b) noch so bei der restlichen Kundschaft, dass Frauen grundsätzlich falsch beraten werden, um sie nicht von der Unterzeichnung des Vertrags abzuschrecken 😀

    1. Mich wundert das auch oft. Aber gerade die „ältere“ Trainergeneration weiß das oft noch nicht, obwohl eigentlich regelmäßig Seminare durchgeführt werden sollten. Da bekommt man die neusten Erkenntnisse vermittelt.

      1. Ich bin momentan nach langer Fitnesstudiopause bei einer 4 Wochen Probeaktion in einem Studio der gehobenen Preisklasse – ausschlaggebend, dass ich mir das Studio anschaue, ist die Kinderbetreuung.

        Die Betreuung ist erschreckend schlecht – ich glaube aber nicht aus Unwissen(Trainer ist ein Sportwissenschaftler in meinem Alter) sondern auf Grund von mangelnder Zeit (oft nur 1 Trainer auf 3 Flächen gleichzeitig) und dem Wunsch, mich zu beeindrucken, damit ich am Ende schön den Vertrag unterschreibe. In 2 Trainerterminen wurde mir jetzt alles gezeigt, was „bei Frauen sehr beliebt ist“. Tja, ich habe mal Fußball und Rugby gespielt und im Fitness Studio immer gern Hanteln gestemmt- hätte man sich die Zeit für ein ausführlicheres Gespräch genommen, hätte man mir was passenderes als einen „Get Fit Zirkel“ anbieten können 😉 ist jetzt nach 2 Jahren Schwangerschafts-/Babypause gut zum Wiedereinstieg, aber das Studio wird es nicht werden…

  2. Ich musste ein bisschen Schmunzeln als ich diesen Beitrag gelesen habe. Wie oft habe ich schon mit diversen Menschen über genau diese falschen Tatsachen unterhalten. Ganz besonders hat mir das mit dem Salat gefallen… Da haben sich dann Leute massenweise Salat gegen 21:00 Uhr in die Futterluke gehauen und sich dann gewundert.
    In jedem Fall ein wunderbarer Beitrag. Ich danke dir sehr herzlich für dieses gelungene Schriftstück an Wahrheit 🙂
    Mach weiter so!

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