Sport und Bewegung

Sport und Bewegung im Erwachsenenalter | Teil 3

Wie ihr ja bereits wisst, sind Sport und Bewegung in jeder menschlichen Entwicklungsstufe von höchster Bedeutung. In dieser Artikelreihe beschäftige ich mich mit den verschiedenen Entwicklungsstufen eines Menschen und dem dazugehörigen ziel-gruppenspezifischen Training. Das Kindes- und Jugendalter habe ich bereits behandelt, wer diese Artikel nachlesen möchte, kann dies unter folgenden Links tun:

Sport und Bewegung im Kindes- und Jugendalter | Teil 1
Die praktische Anwendbarkeit von Fitnesstraining im Kindes- und Jugendalter | Teil 2

In dem heutigen 3. Teil der Artikelreihe möchte ich mich mit dem Erwachsenenalter beschäftigen.

Das Erwachsenenalter

Das Erwachsenenalter ist schwer zu spezifizieren. Es ist sehr lang und komplex und kann nur schwer nach typischen Merkmale charakterisiert werden. Unbestritten ist jedoch, dass diese Lebensphase meist durch das Berufsleben beeinflusst wird. Die meisten Berufe werden in einer sitzenden Tätigkeit ausgeübt. Dies hat zur Folge, dass der daraus resultierende Bewegungsmangel ein enormes gesundheitliches Riskio darstellt. Denn dies kann zu Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen usw. führen. Aber auch Schäden am Haltungs- und Bewegungsapparat sind ein hoher Risikofaktor.

Auch Berufe, bei denen körperliche Arbeit erforderlich ist, birgt seine Risiken. Laut der DAK (www.dak.de) liegen die Muskel- und Skeletterkrankungen mit 21-31 % noch vor den Erkrankungen der Atemwege mit 12-20 %.

Welche gesundheitlichen Beschwerden können auftreten?

Ich möchte hier noch etwas detaillierter auf die gesundheitlichen Beschwerden eingehen. Wie bereits erwähnt, sind Herz-Kreislauf-Beschwerden ein großes Problem. Diese Beschwerden können in allen Berufsgruppen auftreten, sei es bei sitzender oder körperlicher Arbeit. Warum ist das so? Die hier auftretenden körperlichen Belastungen sind so gering, dass sie keine Anpassungserscheinungen im Herz-Kreislauf-System bewirken. Dazu habe ich bereits den Bericht “Die biologische Anpassung” geschrieben. Diese Anpassungen sind ebenso für den Herzmuskel gültig. 

Indikatoren für eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems

Woran erkennt man denn nun, ob man bereits Probleme hat oder zu einer Risikogruppe gehört? Nun, ein wichtiger Indikator ist die Pulsfrequenz.  Je niedriger die Frequenz ist, umso besser ist der gesundheitliche Zustand. Meine Ruheherzfrequenz liegt beispielsweise bei 69 und ist somit eher im niedrigen Bereich anzusiedeln. Die Ruheherzfrequenz beträgt bei einem gesunden Menschen 50 bis 90 Schläge pro Minute. 

Wie man hier gut sieht, muss das Herz bei einem Untrainierten um einiges mehr arbeiten, um den Körper ausreichend zu versorgen. Werden durch Verengungen oder Verschließungen von Herzkranzgefäßen bestimmte Bereiche des Herzens unterversorgt, droht ein Herzinfarkt

Ein weiterer Indikator ist ein hoher Blutdruck. Der normale Blutdruck liegt in der Regel bei 120 / 80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden die Werte für einen erhöhten Blutdruck wie folgt festgelegt:

  systolisch (mmHg)   diastolisch (mmHg)
Hypertonie Grad 1 140–159 oder 90–99
Hypertonie Grad 2 160–179 oder 100–109
Hypertonie Grad 3 ≥ 180 oder ≥ 110

Als dritter Indikator kann die Erhöhung der Blutfettwerte genannt werden. Sie gelten als Ursache für Arteriosklerose, auch Arterienverkalkung genannt. Blutfette lagern sind an den Gefäßinnenwänden ab und verengen den Blutfluss. 

Natürlich kann auch das Körpergewicht als Indikator mit einbezogen werden.  Übergewicht führt zu einer Überbelastung des Herz-Kreislauf-Systems. Auch wird der Haltungs- und Bewegungsapparat aufgrund des Gewichts stark belastet. Erschwerend kommt hier dann eine sitzende Tätigkeit zu tragen. Sie führt oftmals zu Fehlhaltungen und daraus resultierenden Problemen, wie Verspannungen und Rückenschmerzen. Die Folge daraus wiederum sind muskuläre Dysbalancen, die zu Bewegungseinschränkungen, bis hin zum Schwindel führen können. 

Was kann man dagegen tun?

Damit kommen wir auch schon zur praktischen Anwendbarkeit von Sport und Bewegung im Rahmen eines Fitnesstrainings im Erwachsenenalter. Es liegt auf der Hand, dass der richtige Sport ein Vielzahl der vorgenannten Probleme reduzieren oder sogar beseitigen kann.  Und dabei muss man nicht zum Hochleistungssportler mutieren. Es reicht bereits aus, wenn man zwei- bis dreimal wöchentlich für je eine Stunde ein moderates Ausdauer- und Krafttraining absolviert. 

Durch ein Ausdauertraining lässt sich beispielsweise die Herzarbeit verbessern. Durch die Anpassung wird der die Ruheherzfrequenz gesenkt. Das passiert dadurch, dass der Herzmuskel sich vergrößert und die Herzkammern erweitert werden. Dadurch kann das Herz mehr Blut transportieren. Außerdem führt das Training zu einer Kapillarisierung im Herzmuskel und somit zur Senkung des Herzinfarktrisikos. 

Ebenso führt ein Ausdauertraining zur Verbesserung der Blutfettwerte und Reduzierung von Körpergewicht. 

Ein moderates Krafttraining führt zur Stabilisierung und Verbesserung der Nacken- und Rückenmuskulatur und beugt somit Verspannungen und muskulären Dysbalancen vor. Wer überwiegend sitzend arbeitet, sollte sich zwischendurch unbedingt mal bewegen. Gut eigenen sich sogenannte Sitzkissen. Sie bewirken, dass der Beckenbereich in Bewegung bleibt. Auch sind mehrfach eingebaute Dehnungsübungen und kurze Geheinheiten zu empfehlen.  All dies führt zu einer Verminderung von Haltungsschwächen und zum Beispiel auch von Bandscheibenschäden.  

Wichtiger Hinweis!

Aber Vorsicht. Solltet ihr bereits zu einer Riskiogruppe gehören, bitte vor Trainingsbeginn einen Arzt aufsuchen.  Dort solltet ihr zunächst abklären, ob die sportliche Belastung für, zum Beispiel die Behebung des Bluthochdrucks geeignet ist. Es gibt leider auch Krankheitsbilder für die Sport leider keine Lösung bietet. 

Wie ihr seht, kann man mit Sport und Bewegung wirklich einiges erreichen und zu einem gesunden Leben beitragen. Der Spruch “Wer rastet, der rostet!” hat eine wahre Bedeutung. Lasst euch in eurem Fitnessstudio vielleicht einmal einen Trainingsplan erstellen. Nach ein paar Wochen regelmäßigem Trainings werdet ihr die Erfolge spüren. Davon bin ich überzeugt! Also, auf zum Training! 🙂

In diesem Artikel habe ich euch einen groben Überblick über das Erwachsenenalter gegeben. Was erwartet euch also in den kommenden Artikeln? Hier eine kurze Übersicht:

4. Teil – Das Seniorenalter
5. Teil – Praktische Anwendbarkeit von Fitnesstraining im Seniorenalter

Ich hoffe, dass euch das Thema Sport und Bewegung interessiert und euch der Artikel gefallen hat. Wenn ihr Fragen habt, immer gern 🙂 Über Kommentare und Likes würde ich mich freuen.

Bis bald
Gerry
Der Fitness-Coach

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